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Hardware
Roboter musizieren und tanzen
09.03.2006 | 17:56 Uhr
Im Ensemble Robot spielen Musikanten aus Fleisch und Blut mit Robotern zusammen. Dabei entsteht eine faszinierende Musik.

Jens Stark

Die beiden Robotermusikanten Heliphon (links, lila angestrahlt) und Blowbot (rechts) des Ensemble Robot während der Uraufführung der Komposition «Heavy Metal» von Christine Southworth in Boston.

«Ich bin der Musikant mit Taschenrechner in der Hand», trällerten die Mitglieder von Kraftwerk, liessen eine Menge elektronischer Klänge vom Stapel und gerierten sich in ihren Performances als humanoide Roboter. Ähnliches erwartet der Zuhörer, wenn er zum ersten Mal der Musik des «Ensemble Robot» lauschen möchte, und ist überrascht, wenn dann zunächst einmal Klänge des balinesischen Gamelan oder von Geige und Klarinette zu hören sind. Auch dann, wenn die eigentlichen Roboter zum Einsatz kommen, ist das Klanggebäude alles andere als elektronisch. «Die Roboter produzieren die Töne wie wir Menschen», erklärt Christine Southworth vom Ensemble Robot. «Sie schlagen auf Dinge, zupfen an Saiten und blasen auf Flöten. Wir haben es also mit akustischen Klängen zu tun», ergänzt sie. Beim ersten Einsatz des Roboters Heliphon in der Komposition «Belle Labs» von MIT-Professor (Massachusetts Institute of Technology) Evan Ziporyn, die vor Kurzem in Boston uraufgeführt wurde, merkt man denn auch nicht, dass es sich dabei um eine Maschine handelt. Das Heliphon ist ein Doppelhelix-förmiges, über zwei Meter hohes «Xylophon» aus Metallklangkörpern, an die kleine computergesteuerte Hämmer schlagen. Erst nach längerem Spiel des Roboters wird einem klar, dass die Maschine Rhythmen und Tonfolgen erzeugt, die ein Mensch niemals spielen könnte. Dies war auch der Grund, warum Southworth ihre Kommilitonen am MIT dazu anregte, mit der Konstruktion der Musikroboter zu beginnen. Die Mathematikerin und Musikwissenschaftlerin hatte ein Stück geschrieben, das niemand spielen konnte.

Dass der Roboter dennoch den Anschein macht, wie ein Instrument zu klingen, hat zwei Gründe. Zum einen sei es gelungen, die Lautstärke der Töne zu variieren, indem die Hämmer mit unterschiedlicher Wucht an die Metallteile schlagen. Zum anderen würden die «Kohlenstoff-basierten» Musiker, sprich: Menschen, sich bemühen, bei den Performances etwas «maschinell» zu spielen. Dadurch erscheine das Spiel der Roboter harmonischer, so Southworth. Doch das Heliphon ist nicht der einzige Roboter. Bei der Aufführung der balinesisch inspirierten Southworth-Komposition «Heavy Metal» kommt etwa auch Blowbot zum Einsatz. Diese Tetraeder-förmige Rohrkonstruktion ist nicht nur eine Bläserin, sie tanzt zusätzlich zur Musik – wenn auch noch etwas unbeholfen. Des weiteren sind der Streicher Boticello, der eine Elektrische-Gitarren-Jamsession von sich gibt, und der Beatbot mit von der Partie, der im Ensemble Robot die Funktion eines Metronoms übernimmt.


 

Translation by Katja Werner:

Robots make music and dance

Human musicians play together with robots in the ensemble Robot and create a
fascinating music.

"Ich bin der Musikant mit Taschenrechner in der Hand" sang the members of
Kraftwerk. They generated electronic sounds and presented themselves as
humanoid robots during their performances. Listeners expect something similar
when hearing the name "Ensemble Robot" and are surprised by the sound of
the Balinese Gamelan or the sounds of the violin and the clarinet.

Even when the actual robots start playing the sound is not at all electronic.
"The robots produce the sounds like we humans do" explains Christine
Southworth from the Ensemble Robot. "They drum, play the strings and blow
flutes. That means we are dealing with acoustic music," she adds. During the
first performance of the robot called Heliophon for the composition Belle
Labs
by MIT-professor Evan Ziporyn in Boston one could not tell that it was
a machine playing. The Heliophon is an over two meter high double-helix shaped
xylophone with metal, sounding hollow bodies which are being hit by small,
computer-controlled hammers. Only after listening to the robot for a while it
becomes clear that the machine creates rhythms and melodies that no human being
could play. This was the reason why Southworth encouraged her colleagues at MIT
to construct music-robots. She had written a piece that no one could play.

That the robot sounds like an instrument has two reasons. First, it was possible
to vary the volume of the notes by adjusting how strongly the hammer hits the
metal bodies. Secondly, the "carbon-based musicians," humans, try to
play a little more like machines during performances. Therefore the play of the
robot appears more harmonious, according to Southworth.

The Heliophon however is not the only music robot. During the performance of the
Balinese-inspired Southworth composition Heavy Metal a robot called
Blowbot is also used. This pipe-construction in the form of a tetrahedron is
not just a blower; it also dances, even though it still looks a little
clumsy. In addition the strings Boticello, who does an electric guitar jam
session and the Beatbot, who functions as a metronome, are part of the Ensemble
Robot.

 

 

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